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Frag den Ranger!

Ihr habt den Nationalpark Hunsrück-Hochwald besucht und möchtet gerne mehr wissen? Ihr habt euch auf unserer Website umgeschaut und nicht alle Informationen, die euch über unseren Nationalpark interessieren, gefunden?

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen an uns. Schaut doch mal: vielleicht ist eure Frage dabei.

Fragen zum Nationalpark

Was ist ein Nationalpark?

Ein Nationalpark ist ein Schutzgebiet, in dem sich die Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten darf. Das vorrangige Ziel von Nationalparks ist es, Natur Natur sein zu lassen. Es handelt sich daher um Landschaften, in denen die Natur sich selbst und ihren eigenen Gesetzen überlassen bleibt. Nationalparks schaffen und bewahren Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere und sind deshalb unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.

Wie viele Nationalparks gibt es in Deutschland?

Derzeit gibt es 16 Nationalparks in Deutschland. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist noch der jüngste Nationalpark in Deutschland. Von der maritimen Küste im Norden bis zu den Alpen im Süden der Bundesrepublik erstrecken sich die Nationalparks auf einer Gesamtfläche über 10.000 km². Ohne den marinen Anteil nehmen Nationalparks eine Fläche von etwa 2.000 km² bzw. ca. 0,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands ein.

Was ist ein „Entwicklungs-Nationalpark“?

Die meisten der bestehenden deutschen Nationalparke sind derzeit noch „Entwicklungs-Nationalparke“. Denn sie erfüllen erst in Teilen die Kriterien einer großflächigen, ungestörten Naturentwicklung. Durch weitere, in Managementplänen festgelegte Steuerungsmaßnahmen sollen innerhalb von 20 bis 30 Jahren nach Ausweisung die Voraussetzungen geschaffen werden, damit künftig den natürlichen und dynamischen Abläufen in der Natur auf den größten Teilen der Nationalparkfläche Vorrang eingeräumt werden kann. Nationalparke sollen dann auf 75 Prozent ihrer Fläche einem weitgehend naturnahen Zustand entsprechen.

Wird im Nationalpark noch gejagt?

Der Nationalpark ist eingebettet in einer Kulturlandschaft. Wenn sich hier die Wildbestände unkontrolliert vermehren, kann das zu Schad-Ereignissen für die Landwirte oder die Waldbesitzer am Rand des Schutzgebiets führen. Daher führen wir im Nationalpark eine sogenannte sanfte Jagd durch. Das heißt, wir jagen nur 3 Monate im Jahr.

Wir haben allerdings mittlerweile in der Kernzone des Parks auch Wildruhezonen eingerichtet, wo die Tiere ihren natürlichen Tagesrhythmus wiedergewinnen können.

Das hat vor allem den Hintergrund, dass wir nicht auf die Jagd gehen, im herkömmlichen Sinne. Unser Wildtiermanagement hat nicht primär das Ziel, Tiere zu erlegen, sondern hier wird mit Monitoring und Management versucht, mit wenigen Eingriffen, Schäden von Nachbarn abzuwenden.

Warum gibt es im Nationalpark so viel Totholz?

Auf den ersten Blick sieht man mehr abgestorbene Bäume, als man das vielleicht in einem Wirtschaftswald sehen würde. Das hängt damit zusammen, dass wir unsere absterbenden Bäume stehen lassen und nicht entfernen. Bei uns darf Natur Natur sein. Das nennt man auch Prozessschutz.

Der Nationalpark ist ein Lebensraum. Und zum Leben gehört auch der Tod. In Totholz steckt aber auch viel Leben. Hier finden viele Insektenarten, an die 1400, einen idealen Lebensraum. Davon sind 800 auf der Roten Liste. Es gibt 1500 Pilzarten, 56 Wildbienenarten, 30 Vogelarten und 16 Fledermausarten, die nur in diesem Totholz leben.

Weiter Infos zum Prozessschutz >

Welche Aufgaben haben Ranger*innen?

Ranger*innen im Nationalpark hat unglaublich vielfältige Aufgaben. Gerade das, macht das Berufsfeld sehr reizvoll. Von der Gebietskontrolle, bis hin zu einer Schulklassenführung, aber auch praktisches Arbeiten im Wald, ist eigentlich alles dabei.

In der Regel haben unsere Ranger*innen einen Bezirk, dem sie zugeordnet sind. Dort gehen sie die Wanderwege ab, schauen nach der Verkehrssicherheit. Sie helfen bei der Moorrenaturierung oder der Waldüberführung. In Fichtenbestände werden die Borkenkäferpopulationen beobachtet. Unsere Ranger*innen arbeiten in Forschungsprojekten, wie beispielsweise beim Wildkatzen-Monitoring mit. Aber auch für die Besucher*innen stehen die Ranger*innen als Ansprechpartner*innen bereit.

Was ist der Unterschied zwischen Nationalpark und Naturpark?

Der Nationalpark als auch der Naturpark haben zum Ziel, die Natur zu bewahren und die Bevölkerung zu informieren. Hierbei liegt der Fokus des Nationalparks stärker auf der unberührten Natur und der Naturpark richtet sich mehr in die touristische Richtung aus.

Ein Nationalpark ist nach §24 BNatSchG (2009) so definiert, dass es ein rechtsverbindliches festgesetztes einheitlich zu schützendes Gebiet darstellt, welches großräumig, weitgehend unzerschnitten und von besonderer Eigenart ist. Das bedeutet, dass in diesem Fall der Leitspruch „Natur Natur sein lassen“ nicht nur eine moralische, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung ist. Im Gegensatz zum Nationalpark, welcher 75% der Fläche unberührt lassen muss, hat der Naturpark das Ziel, die Region nachhaltig touristisch zu erschließen und mit Bildungsangeboten zu informieren. Im Naturpark ist eine Einschränkung durch die Forst- und Landwirtschaft nicht gegeben. Des Weiteren erfolgt kein eigener Schutz der Landschaft oder Biodiversität

Fragen zu Ihrem Besuch

Ist Tourismus in Nationalparks unerwünscht?
Ganz und gar nicht! Der Zugang für die Öffentlichkeit entspricht der Grundidee eines Nationalparks, wonach der Mensch von der Natur nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen werden soll. Nationalparks dienen der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung. Es soll das Interesse und Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Ökosystemen, für die Gefährdung von Arten und Biotopen sowie für die Bedeutung der Natur als Grundlage menschlichen Lebens geweckt werden. Nationalparks sind zudem zu einem wichtigen Faktor regionaler Entwicklung geworden. Sie prägen das Erscheinungsbild einer Region und tragen mit dazu bei, das Image zu stärken. Damit fördern sie einen naturverbundenen Tourismus und erhöhen die Nachfrage nach regionalen Angeboten.
Was macht diesen Nationalpark besonders?

Der Nationalpark ist 10.000 Hektar groß. Er ist länderübergreifend. Das heißt, ein Teil liegt im Saarland und ein Teil in Rheinland-Pfalz.

Die Besonderheiten in diesem Nationalpark sind beispielsweise die Buchenwälder, die Quarzit-Blockhalden, auch „Rosselhalden“ genannt, sowie die typischen Hangmoore, die in der Region „Brücher“ heißen.

Die Region um den Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Hot-Spot der Artenvielfalt. Er hat die unterschiedlichsten Lebensräume, von ganz trocken bis ganz feucht, teilweise sehr nah nebeneinander. Das Gebiet hat große zusammenhängende Buchenwälder mit viel Totholz, aber auch besondere Offenlandflächen wie die Arnikawiesen und Borstgrasrasen.
Im und um den Nationalpark leben viele verschiedene Tierarten, wie Rotwild, Schwarzwild, Rehwild. Seltene und störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten finden beste Lebensbedingungen. Neben Schwarzstorch und Schwarzspecht gibt es im Nationalpark Hunsrück-Hochwald eine hohe Anzahl an Wildkatzen. Der Hunsrück ist einer der deutschlandweiten Hauptverbreitungsgebiete dieser bedrohten Wildtierart.

Regeln und Verhalten im Nationalpark

Darf ich im Nationalpark Blumen pflücken oder Pflanzen ausgraben?
Wer durch Nationalparks oder Naturschutzgebiete flaniert, darf offiziell überhaupt keine Blumen pflücken, denn „Blumenpflücken“ im Naturschutzgebiet beziehungsweise Nationalpark ist verboten.
Darf ich meinen Hund ohne Leine laufen lassen?
In Nationalparks leben zahlreiche äußerst seltene und besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, die von freilaufenden Hunden gestört werden könnten. Daher bitten wir Sie, Ihren Hund anzuleinen. In einigen Nationalparks bestehen Ausnahmeregelungen sowie ausgewiesene Flächen, in denen sich Hunde frei bewegen dürfen. Bitte informieren Sie sich hierfür in den Besuchereinrichtungen der Nationalparks oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.
Dürfen die vorgeschriebenen Wanderwege verlassen werden?
Der Schutzzweck von Nationalparks ist es insbesondere, die Lebensstätten der Tiere und Pflanzen zu schützen und vor Beeinträchtigungen zu bewahren. Daher sollten die Besucher der Nationalparks die Natur von den ausgewiesenen Wanderwegen aus erleben und genießen. Vielerorts durchqueren Erlebnispfade und Rundwanderwege sämtliche Naturschönheiten und besonders wertvollen Bereiche.
Ist es erlaubt im Nationalpark Pilze und Beeren zu sammeln?
Grundsätzlich ja. Pilze dürfen in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf und an Stellen, die keinem Wegegebot unterliegen, gesammelt werden. Gleichwohl sollten Besucher im Interesse einer ungestörten Entwicklung sorgsam mit diesem Recht umgehen, damit die Schönheit und Vielfalt im Nationalpark erhalten bleibt. Diese Berechtigung wird in den deutschen Nationalparks jedoch mitunter unterschiedlich geregelt & gehandhabt. Bitte informieren Sie sich daher in den Besuchereinrichtungen der Nationalparks oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.
Was darf ich im Nationalpark machen?

Wir sind kein Nationalpark der Verbote, sondern der Gebote. Dazu gehört, dass die Besucher auf den Wegen bleiben sollen, um der Natur die Möglichkeit zu geben, sich störungsarm zu entwickeln.

Bei uns gelten aber auch die waldüblichen Regeln. In Deutschland ist verboten Feuer im Wald machen. Hunde sollten an der Leine geführt werden. Wild campieren ist auch nicht erlaubt. Aber wir haben daher spezielle Trekking-Plätze mitten im Nationalpark eingerichtet, dort kann man mal eine Nacht in der Wildnis schlafen.

Weitere Infos:
Natur schützen im Nationalpark >
Trekking-Camps >

Habt Ihr noch weitere Fragen? Dann gibt es hier die Möglichkeit deine Fragen an unsere Ranger*innen zu stellen!

Deine Frage(n) kannst du uns einfach senden! Unserer Ranger*innen beantworten dir diese gerne. Die Antwort erhältst du dann per E-Mail zurück.

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