Nationalpark-Bürgerforum trifft auf ein hohes Interesse
Volles Haus mit ca. 140 Teilnehmenden an zwei Tagen, Fachvorträge, Dialog und Exkursionen mit reger Beteiligung, Austausch und bestes Frühlingswetter am Bunker Erwin
Am vergangenen Wochenende erhielt der neue Standort des Nationalparkamts Hunsrück-Hochwald bei Börfink viel Besuch aus der Bevölkerung. Das Bürgerforum 2026 fand großen Anklang mit seinem Programm an zwei Tagen: samstags Fachbeiträge aus aktuellen Forschungsprojekten, sonntags Exkursionen in den Nationalpark. Vielfältige Themen und Raum für Dialog – in diesem Jahr war das Thema „Wald im Wandel“ Aufhänger für das Bürgerbeteiligungsformat des Nationalparks.
Das Publikum kam aus den an den Nationalpark angrenzenden Gemeinden, aber auch Nationalparkpartner, Nationalparkführer*innen und selbst Touristen aus Berlin waren unter den Gästen. Vor dem Programm führte Dr. Harald Egidi an beiden Tagen Interessierte durch die Räume des entkernten und energietechnisch auf den neuesten Stand gebrachten neuen Amtsgebäudes.
Am Samstag im bis auf den letzten Platz gefüllten Vortragssaal des Rangerstützpunkts vermittelten vier Fachbeiträge einen Eindruck über aktuelle Forschungs-Themen des Nationalparks. Dr. Martin Mörsdorf und Johannes Hoffmann aus der Abteilung 3 des Nationalparkamts referierten über das neue Forschungsprojekt FORTUNA, dass die Entwicklung ehemaliger Kalamitätsflächen erforscht. Dr. Kerstin Pierick von der Georg-August-Universität in Göttingen stellt die Erkenntnisse aus dem Forschungsvorhaben BetaFor vor, an dem sich der Nationalpark Hunsrück-Hochwald auch beteiligt hat. Hierbei wurde die Biodiversität in Buchenwäldern mit unterschiedlichen Waldstrukturen und Totholzvorkommen untersucht. Die Entwicklung der Insektenvielfalt entlang eines Höhengradienten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erforschte Prof. Stefan Stoll vom Umwelt-Campus mit seinem Team – 116 Arten der hier entdeckten Insekten befinden sich auf der Roten Liste. Zur Dynamik des Wasserabflussgeschehens der renaturierten Moorflächen, auch im Hinblick auf die Erderwärmung stellten Dr. Julian J. Zemke und Kollegin ihre Ergebnisse der Wassermessungen vor.
Am Sonntag ging es bei schönstem Wetter in die wilde Natur des Nationalparks: Auf drei ausgebuchten Exkursionen mit ca. 90 Teilnehmenden begleiteten Dr. Harald Egidi, Anja Eckhardt, Dr. Martin Mörsdorf und Johannes Hoffmann sowie Anne Speicher, Birger Führ und Lydia Hoff-Güdelhofer vom Naturpark die Wanderfreudigen auf besondere Touren: ins Offenland zu den Arnikawiesen in Thranenweier (eine weitere Exkursion in der Blütezeit ist geplant), zu den Kalamitätsflächen, auf denen sich die Wald-im-Wandel-Prozesse veranschaulichen lassen und auf eine Abenteuer-Tour über einen neuen Wildnispfad.
Die Fachvorträge und Exkursionen verdeutlichten die Nationalparkarbeit und ermöglichten den Teilnehmenden ihre Fragen vor Ort zu stellen. Das Nationalparkamt dankt allen Gästen und Referierenden für die Wertschätzung und wird weiter Gelegenheiten für interessante Exkursionen und zum lebendigen Austausch bieten.



























