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Geländearbeiten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erfolgreich abgeschlossen

25 Studierende der Universität Trier und der Humboldt-Universität zu Berlin haben drei intensive Geländetage im Nationalpark Hunsrück-Hochwald absolviert. Von Seiten der Universität Trier waren Studierende der Masterstudiengänge MSc Geoinformatics und MSc Environmental Sciences beteiligt, von der Humboldt-Universität zu Berlin nahmen Studierende der Bachelorstudiengänge Geographie und Geographie-Lehramt teil.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Geländearbeiten stand die Untersuchung der natürlichen Wiederbewaldung von Fichtenbeständen, die infolge des Borkenkäferbefalls abgestorben sind. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald bietet dafür ein besonders interessantes Untersuchungsgebiet: Auf den ehemals von Fichten dominierten Flächen kann beobachtet werden, wie sich Waldökosysteme nach großflächigen Störungen ohne aktive Wiederaufforstung entwickeln.

Die Untersuchungen sind Teil des Forschungsprojektes „Fortuna – Forest trajectories under natural and anthropogenic influences“ des Nationalparkamtes Hunsrück-Hochwald und der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF).

Zum Auftakt erhielten die Studierenden eine Einführung in die Geschichte, die Aufgaben und die Entwicklung des Nationalparks durch Dr. Jan Rommelfanger vom Nationalparkamt. Anschließend folgte durch Dr. Alexander Wagner und Miriam Gisch (FAWF & Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald) eine technische und inhaltliche Einweisung in die Arbeiten auf der Monitoringfläche.

In den folgenden drei Tagen erfassten die Studierenden mehr als 150 Messpunkte und kartierten funktionale Vegetationsgruppen. Dabei übernahmen die Trierer Studierenden auch eine aktive Rolle in der Betreuung ihrer Berliner Kommilitoninnen und Kommilitonen. Sie führten in die Methoden der Geländeaufnahme und Kartierung ein und unterstützten die Berliner Studierenden bei der Durchführung der Arbeiten. Das Prinzip des „Lernen durch Lehren“ wurde damit unmittelbar im Gelände umgesetzt: Durch die Vermittlung der eigenen Kenntnisse konnten die Trierer Studierenden ihr methodisches Verständnis vertiefen, während die Berliner Studierenden praktische Erfahrungen in der Datenerhebung sammelten.

Die im Gelände erhobenen Daten werden im nächsten Schritt mit hochauflösenden multispektralen Bilddaten kombiniert und ausgewertet. Hierzu wurde von Dr. Rebecca Retzlaff und Paul Deffert (Universität Trier) eine Drohnenbefliegung der Untersuchungsfläche durchgeführt. Die Verknüpfung von Gelände- und Fernerkundungsdaten soll – auch im Rahmen studentischer Abschlussarbeiten – untersuchen, inwieweit fernerkundliche Sensorsysteme für ein kleinräumiges und räumlich hochauflösendes Monitoring der Vegetationsentwicklung auf solchen Flächen eingesetzt werden können.

Die durch das Team des Nationalparkamtes Hunsrück-Hochwald begleiteten Forschungsarbeiten geben den Studierenden zugleich die Möglichkeit, Praxiserfahrungen außerhalb der Universität zu sammeln und an einer aktuellen und gesellschaftlich relevanten Forschungsfrage zu arbeiten. Die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppe verbindet dabei Kompetenzen aus Geoinformatik, Umweltwissenschaften, Geographie und Waldökosystemforschung.

Die gemeinsame Geländearbeit verbindet damit wissenschaftliche Forschung, Monitoring, interdisziplinäre Zusammenarbeit und universitäre Lehre und stärkt die Zusammenarbeit zwischen der Universität Trier, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald und der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz.

 

Kontakt

Dr. Alexander Wagner

Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald

 

Prof. Dr. Patrick Hostert

Humboldt-Universität zu Berlin

 

Dr. Johannes Stoffels

Universität Trier