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Wildenburg-Turm & -Areal gesperrt – Wanderweg ist umgeleitet

Der Wildenburg-Turm am Wildfreigehege Wildenburg sowie das umliegende Areal sind aktuell gesperrt. Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Standsicherheit des Turms auf dem Felsen gefährdet sein könnte. Das Nationalparkamt hat eine Absperrung des Turmareals und eine Umleitung für den Saar-Hunsrück-Steig eingerichtet.

In der vergangenen Woche traf sich Dr. Harald Egidi gemeinsam mit Markus Schulz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen, Caroline Conradt, Leiterin Tourist-Information Herrstein und der lokalen Presse an der Wildenburg, um die Lage vor Ort zu besprechen.

Das Gutachten zum Wildenburg-Turm und dessen Standfestigkeit auf dem Felsen war für den Nationalpark ein Rückschlag. Die Verwaltung hatte den Turm 2022 vom Hunsrückverein übernommen. Bereits Anfang Januar 2025 hatten sich bei einer Wartungsbegehung erste Probleme gezeigt. Der Turm wies Schwachstellen in der Beton- und Holzkonstruktion auf. Die Nationalparkverwaltung sperrte daraufhin den Aufgang zum Turm und wollte mit der Sanierung beginnen. Die Mittel dafür standen bereit. Insgesamt waren rund 300.000 Euro für die Arbeiten vorgesehen. Die Durchführung war für dieses und das kommende Jahr eingeplant. Ein Architekt riet im Vorfeld zur Überprüfung des Felsuntergrunds. Nun ist ein erstes Ergebnis da und die Pläne zur Sanierung müssen vorerst ruhen.

Im Gespräch vor Ort stellte der Nationalparkleiter Verbandsbürgermeister Schulz und TI-Leiterin Conradt die aktuelle Sachlage vor. Nach den aus der seinerzeitigen Bauphase dem Nationalparkamt vorliegenden Planunterlagen steht der Turm demnach nicht an der Stelle, an der er ursprünglich hätte errichtet werden sollen. Vorgesehen war offenbar ein Standort eher mittig auf dem Felsen. Tatsächlich steht der Turm am Rand des Felsens, der in Richtung Wildfreigehege zudem einen Überhang aufweist. Diese Lage macht weitere Untersuchungen notwendig. Der Gutachter sieht nach der ersten Bewertung ein erhöhtes Risiko für die Standsicherheit des Turms.

Daher muss der Bereich rund um den Turm vorerst ruhen. Sicherheit hat Vorrang. Es braucht jetzt eine verlässliche fachliche Grundlage, um weitere Maßnahmen einzuplanen und umzusetzen. Dazu muss insbesondere der Fels genauer untersucht werden. Es geht um die Frage, ob sich das Gestein bewegt, ob es bröckelt und ob Sicherungsmaßnahmen notwendig werden könnten. Das Landesamt für Geologie und Bergbau ist bereits eingeschaltet. Die weiterführenden Untersuchungen sollen in der vegetationsfreien Zeit erfolgen. Erst danach lässt sich belastbar einschätzen, ob der Turm wie ursprünglich geplant, saniert werden kann oder ob zunächst Maßnahmen zur Stabilisierung des Felsens erforderlich werden.

Für Egidi, Schulz und Conradt ist klar, dass der Turm mehr als ein Bauwerk ist. Für den Standort Wildenburg hat der Turm eine besondere Bedeutung. Er steht auf dem Felsen direkt an der Burganlage und prägt das Ensemble aus Wildfreigehege, Wanderwegen und Aussichtspunkt. In unmittelbarer Nähe liegt auch der Hexentanzplatz, ein sagenumwobener Fels- und Waldplatz mit alten Bäumen. Er ist für viele Wanderinnen und Wanderer ein beliebter Zielpunkt oder eine besondere Station auf ihrer Tour.

„Der Turm ist für die Region eine wichtige Landmarke. Er ist schon von weitem sichtbar, und die Menschen hier lieben diesen Turm“, sagt Nationalparkamtsleiter Dr. Harald Egidi. „Unser erstes Ziel ist deshalb klar: Wir wollen belastbare Erkenntnisse gewinnen und daran arbeiten, dass der Turm wieder geöffnet werden kann.“

Geplant wurde der Wildenburg-Turm Ende der 1970iger Jahre, gebaut wurde er 1980/81 im Rahmen einer ABM-Maßnahme. Seitdem ragt er über die Wildenburg, das Wildfreigehege und die umliegenden Wanderwege hinaus.

„Wir hoffen natürlich, dass die Untersuchungen Entwarnung geben und wir die Sanierung des Turms fortführen können“, sagt Dr. Harald Egidi. „Sollte sich zeigen, dass der Fels zusätzlich gesichert werden muss, werden wir auch daran weiterarbeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir die Kosten nicht seriös beziffern, aber vermutlich können wir froh sein, wenn wir dann insgesamt im sechsstelligen Bereich bleiben. Sobald wir neue Erkenntnisse haben, informieren wir umgehend darüber.“

Der Saar-Hunsrück-Steig bleibt trotz der Sperrung begehbar. Eine neue Wegeführung wurde eingerichtet und führt Wandernde sicher um den gesperrten Bereich herum. Die Umleitung ist zugleich ein attraktiver Wanderweg. Erste Gruppen haben die neue Route bereits getestet und positiv angenommen.

Nun braucht der Ort zunächst Geduld. Das Nationalparkamt arbeitet daran, schnellstmöglich Klarheit zu schaffen. Ziel bleibt, den Turm zu erhalten und wieder zugänglich zu machen, sobald feststeht, welche Maßnahmen dafür notwendig und verantwortbar sind.