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Gut besuchtes Jubiläumsfest
am Wildfreigehege Wildenburg

Rund 2.500 Menschen aus der Region feierten am Wochenende mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald und vielen Ausstellenden das 60-jährige Jubiläum des Wildfreigeheges Wildenburg: Es war ein buntes Treiben mit regionalen Ständen vor dem Gehege, drinnen fanden Touren und Schaufütterungen statt und es gab natürlich viel Spaß mit den Tieren.

Für viele Familien aus der Region gehört das Wildfreigehege Wildenburg seit Jahrzehnten fest ins Freizeitprogramm. Es ist Ausflugsziel, Erinnerungsort und Lernort zugleich. Kinder kommen hier Tieren nahe, Erwachsene genießen den Spaziergang durch den Wald, Schulklassen und Kitas erleben Natur nicht aus dem Lehrbuch, sondern draußen, mit allen Sinnen. In diesem Jahr feiert das Wildfreigehege Wildenburg sein 60-jähriges Jubiläum.

Dr. Harald Egidi mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern beim Rundgang

Die Nationalparkverwaltung hatte mit vielen regionalen Ausstellerinnen und Ausstellern zu einem Jubiläumsfest eingeladen. Das Wetter machte mit, die Wolken verzogen sich am Morgen und es wurde ein freundlicher Tag. Rund 2.500 Gäste folgten der Einladung und machten sich per Shuttlebus, ÖPNV, mit den Rad und zu Fuß auf den Weg zum Wildfreigehege. Dort erwartete sie ein buntes Markttreiben auf dem Parkplatz. Viele regionale Aussteller hatten sich bereit erklärt, einen Stand auf dem Fest zu stellen. Es gab verschiedene Essens- und Getränkestände, Handwerk & Kulinarik im Verkauf sowie zahlreiche Mitmachangebote von Naturpark, Landesforsten, Freundeskreis des Nationalparks, dem Umwelt-Campus, der MINT-Region und der Erlebniswerkstatt Saar. Der Hunsrückverein als ehemaliger Gehege-Betreiber war mit einer Fotoausstellung aus der Vergangenheit auch mit dabei. Die Deutsche Edelsteinkönigin beehrte das Fest und gab Autogramme am Stand, an dem der Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH, die Nationalpark-Region sowie das Edelsteinland gemeinsam touristisch informierten. Der RNN unterstützte das Fest mit einem Stand vor Ort. Unterstützt vom Landkreis wurden Sonderfahrpläne für den Linienverkehr eingerichtet, die neben dem Shuttlebus an diesem Tag rege genutzt wurden. Die Stefan-Morsch-Stiftung war auch dabei und konnte einige Stammzellenspender*innen gewinnen.

Jubiläumsfest 60 Jahre Wildfreigehege

Im Wildfreigehege gab es neben dem großen Spielplatz Essen und Getränke, die Nationalparkverwaltung und Zertifizierte Nationalparkführer*innen führten interessierte Besucherinnen und Besucher durch das Gehege. Dort fanden zusätzlich Schaufütterungen bei den Waschbären, Wölfen und dem Rot- und Damwild mit den Tierpflegenden statt. Die Freiwillige Feuerwehr Wirschweiler und das Deutsche Rote Kreuz Idarwald unterstützten das Fest tatkräftig. Es war eine gelungene und entspannte Veranstaltung für die Region an deren so beliebten Ausflugsziel.

Jubiläumsfest 60 Jahre Wildfreigehege

Der Nationalpark dankt allen Ausstellenden und Unterstützenden für die Teilnahme, die zum Gelingen des Festes beigetragen hat. Es waren dabei: Abfallwirtschaftsbetrieb Nationalparklandkreis Birkenfeld, Best(e) Events, BUND Kreisgruppe Birkenfeld, Deutsche Rote Kreuz Idarwald, Eisautomat Mörschied – Hermann Weber, Ev. Kirchengemeinde Hochwald, Erlebniswerkstatt Saar e.V., Forstamt Idarwald / Landesforsten Rheinland-Pfalz in Kooperation mit Claudia Westermayer, Förderverein Deutsche Edelsteinstrasse e.V. – 24. Deutsche Edelsteinkönigin Vivian Heidrich, Förderverein Kita Regenbogenland e.V., Freiwillige Feuerwehr Wirschweiler, Freundeskreis Nationalpark Hunsrück-Hochwald e.V., Govindas Manufaktur GmbH & Co KG, Gustav Hauer, Heimatverein Kempfeld e.V. , Hunsrückverein e.V., Jagdgesellschaft Hintertiefenbach, Kreisimkerverband Birkenfeld, Landkreis Herrstein-Rhaunen, Landschaftspflegeverband Birkenfeld e.V. , Maiwerk, Getreideladen Deuselbach, Naturpark Saar-Hunsrück e.V. , Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH, Nationalpark-Region Hunsrück-Hochwald, Edelsteinland, NABU Kreisgruppe Birkenfeld e.V. , Rhein-Nahe Verkehrsverbund GmbH (RNN), Kleine Bunte Herzwerkstatt – Bianca Rogoll, Steve´s Layerflow, Spvgg Wildenburg e.V., Stefan-Morsch-Stiftung, Stiftung kreuznacher diakonie – Asbacher Hütte, Hochschule Trier – Umwelt-Campus-Birkenfeld, Troppo Belli GmbH, Eva Wagner, ZENAPA

Jubiläumsfest 60 Jahre Wildfreigehege

60 Jahre Wildfreigehege Wildenburg – ein Blick zurück und nach vorne

Das Wildfreigehege Wildenburg wurde 1966 vom Hunsrückverein gegründet und über Jahrzehnte zu einem beliebten Ziel im Hunsrück entwickelt. Ende 2023 übergab der Verein den Betrieb an die Nationalparkverwaltung – kein Bruch, sondern ein neues Kapitel. Der 2015 gegründete Nationalpark Hunsrück-Hochwald umfasst auch die Wildenburg. Der Standort ist eines der drei Nationalpark-Tore, die als Besucherzentren Orientierung geben, Naturerlebnis ermöglichen, Wissen vermitteln und den Gästen einen guten Einstieg in den Nationalpark bieten.

Seit der Übernahme des Wildfreigeheges setzt die Nationalparkverwaltung ein umfassendes Sanierungskonzept um. Zunächst standen die Tierversorgung und Infrastruktur im Fokus: Ställe, Futterhäuser, Futterplätze und Heuraufen wurden erneuert, Tierquartiere saniert und rund 16 Kilometer Zaun instandgesetzt. Drei große neue Ställe sollen noch in diesem Jahr fertig werden und zeitgemäße Quartiere sowie bessere Arbeitsbedingungen schaffen.

Der erste Flyer des Wildfreigeheges

Im Fokus der Weiterentwicklung am Wildfreigehege stehen Familien, Schulklassen, Kitas, Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Familien können bereits jetzt das Gehege mit einem neuen Rallyeheft erkunden, in den Ferien gibt es Kinderaktionen. Die beiden Spielplätze wurden grundlegend saniert: einer am Eingang, einer nahe dem Wolfgehege. Die neugebauten Abenteuerspielplätze bieten nun Klettertürme und viele neue Spielgeräte, vorne zudem eine große Seilbahn. Die Bereiche laden Familien zum Spielen, Picknicken und Naturerleben ein.

Zu den neuen „Mitten-drin-Erlebnissen“ zählt das sanierte Hirschgehege: Ein offener Weg führt durch die Tiergruppe, die aus nächster Nähe erlebt und gefüttert werden kann. Auch das Waschbärengehege wurde attraktiver gestaltet. In der Saison bietet der Nationalpark Schaufütterungen an. Tiere werden so in ihrem Verhalten beobachtbar.

Im Sikawild-Gehege kann man die Tiere nah erleben

Geplant sind zudem Umweltbildungsflächen für Schulklassen und Ferienfreizeiten, Picknickbereiche, Streuobstwiesen und ein „Hirschtheater“ zum Fragen, Ausprobieren, Beobachten und Lernen im Freien. Im vorderen Bereich entsteht im nächsten Schritt ein Bauernhof mit heimischen Haustierrassen: Glanrinder, Esel, Gänse, Enten, Hühner und Hasen sollen einziehen, für Waldziegen und Schafe entstehen neue Gehege. Die Tiere sollen barrierefrei beobachtet, gefüttert und teilweise gestreichelt werden können. Der Eingang soll mit Bistro und Außenterrasse am großen Spielplatz zur Begegnungsstätte mit regionaler Atmosphäre werden.

Auch weitere Tierarten sind perspektivisch vorgesehen. Nicht im ersten Schritt, aber im weiteren Ausbau können Fuchs, Dachs und Luchs eine Rolle spielen. Damit würde das Wildfreigehege weitere Arten zeigen, die mit der heimischen Natur, mit Waldlebensräumen und mit der Geschichte der Tierwelt im Hunsrück verbunden sind. Eine optionale Wegerunde soll zudem Wildnisprozesse wie Werden und Vergehen, Totholz, Aas und Zersetzung zeigen. Geplant sind Atztisch für Greifvögel, Totholzelemente und Kadaverstation. So wird sichtbar, wie neuer Lebensraum für Insekten, Pilze, Vögel und andere Organismen entsteht.

Neue Tierschilder des Streichelbereichs bei den Kamerunschafen

Der Umbau erfolgt Schritt für Schritt und im laufenden Betrieb. Das ist eine besondere Herausforderung. Das Wildfreigehege soll als beliebtes Ausflugsziel soweit möglich geöffnet bleiben. Schließungen sollen nur dort erfolgen, wo sie zeitweise notwendig sind. Gleichzeitig sollen die Tiere in Ruhe weiter im Gehege leben können. Deshalb braucht die Entwicklung Zeit. Nicht alles wird auf einmal sichtbar, aber die Richtung ist klar.

Seit 60 Jahren ist das Wildfreigehege ein wichtiges Ausflugsziel. Was 1966 begann, wird am Nationalpark-Tor Wildenburg als Ort für Tierbegegnungen, Umweltbildung, Erholung und regionale Identität weiterentwickelt – und verbindet Vergangenheit und Zukunft.

Neuer Gehegeplan - es entwickelt sich viel