Aktuelles aus der Kommunalen Nationalpark-Versammlung
Die Kommunale Nationalpark-Versammlung tagte am Dienstag, den 21.04.2026, am Nationalpark-Tor Erbeskopf. Es gab zwei Abschiede, viele neue Informationen aus der Nationalparkverwaltung, Nachbesetzungen und Neuwahlen sowie Anträge aus der Versammlung.
Zwei Verabschiedungen langjähriger Unterstützer standen am Anfang: Dr. Erwin Manz, Staatssekretär aus dem Umweltministerium, war ein letztes Mal in dieser Funktion bei der Kommunalen Nationalpark-Versammlung zugegen. Uwe Weber, VG-Bürgermeister von Herrstein-Rhaunen, war ebenfalls als Träger dieses Amtes letztmalig anwesend. Beide haben in den letzten Jahren den Nationalpark und die Arbeit der Nationalpark-Versammlung begleitet und geprägt.
Amtsleiter Dr. Harald Egidi und Hans-Joachim Billert, Vorsitzender der Versammlung, bedankten sich bei beiden.
Staatssekretär Dr. Erwin Manz nutzte seinen letzten offiziellen Besuch, sich ebenfalls zu bedanken und auf die lange Zeit der Zusammenarbeit zurückzublicken. Er hob dabei zunächst auf die Bedeutung des Gremiums als Bindeglied zwischen der Region und dem Nationalpark ab und erinnerte an die wichtigen Entwicklungen der Region und des Schutzgebiets, die dieses Gremium begleitet. So erwähnte er die vielen Fördermittel, die über das Leader-Programm in die Region flossen, den Ausbau der Nationalpark-Tore als Anlaufstelle für Gäste, den Umzug des Nationalparkamts nach Börfink und die Übernahme des Wildfreigeheges an der Wildenburg.
Uwe Weber, Verbandsbürgermeister von Herrstein-Rhaunen, verabschiedete sich ebenfalls und drückte in seiner Rede seine Verbundenheit mit dem Nationalpark aus. Er sei froh, dass der Nationalpark eingerichtet wurde und die Region dadurch nationale und internationale Aufmerksamkeit erhalte. Uwe Weber tritt seinen Ruhestand im Mai an. Sein Nachfolger ist Markus Schultz, der aktuell bereits schon VG-Rats-Mitglied der Versammlung ist.
Bericht aus der Nationalparkverwaltung
Im Anschluss folgte der Bericht aus der Nationalparkverwaltung. Amtsleiter Dr. Harald Egidi stellte einleitend die wesentlichen Ergebnisse der zweiten bundesweiten Evaluierung deutscher Nationalparke durch die Nationalen Naturlandschaften vor. Die Ergebnisse für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald waren Thema der letzten Versammlung. Für alle Nationalparke bestätigt die Evaluierung eine positive Entwicklung, hebt jedoch die Notwendigkeit des 75 %-Ziels bei der Gebietsentwicklung, die Störungsarmut sowie die Verbesserung der Flächenzuschnitte durch Arrondierungen hervor.
Zum Verkehrsleitkonzept wurde ein kurzes Update gegeben: Das Konzept des Planungsbüros traffiConsult beyer ist fertig, aktuell wird die Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz und allen Kommunen koordiniert.
Konstante Personalsituation
Claudia Damen, Abteilungsleiterin für Querschnittsfunktionen, stellte die aktuellen Entwicklungen der Personalsituation vor. So sind momentan zwei neue Stellen in der Nachbesetzungsphase, zwei Umweltbildungs-Praktikant*innen werden erneut in diesem Jahr im Nationalpark hospitieren und die Ausschreibung der drei FÖJ-Stellen läuft ebenfalls.
Ausbau der Tore: Spielplätze sind Anziehungspunkte
Dr. Jan Rommelfanger, Abteilungsleiter für Umweltbildung, Naturerleben, Regionalentwicklung und Nationalpark-Tore, erläuterte die aktuellen Entwicklungen an den Toren, die als Anlaufpunkte für Gäste aus der Region und Touristen aus dem In- und Ausland fungieren. So wurde am Erbeskopf jüngst der neue Naturvielfaltspfad in Zusammenarbeit mit dem Naturpark, der VG Thalfang und dem Forstamt Idarwald errichtet und eingeweiht. Am Nationalpark-Tor Wildenburg wird ebenfalls viel investiert, die Planungen sind umfangreich und laufen. Der Bebauungsplan ist kurz vor Abschluss und die Vergaben stehen bevor. So entstehen im Nationalpark sukzessive viele neue Angebote für Familien und andere Gäste. Hierbei sind insbesondere die Spielplätze wichtige Anziehungspunkte, der Spielplatz am Erbeskopf wird stark besucht. Das zeigen auch die Besucherzählungen. Der zweite Spielplatz an der Wildenburg wurde erst kürzlich an Ostern eröffnet. Am Wildfreigehege ist die Anzahl der Besucher stabil und das trotz Umbauphase. Rund 33.000 Besucher im Jahr wurden gezählt. Die meisten Besucher*innen kommen im Sommer.
Fortschreibung der Wildnisbereiche & neue Lösungen im Wildtiermanagement
Dr. Martin Mörsdorf, stellvertretender Amtsleiter und Abteilungsleiter für Forschung, Biotop-, und Wildtiermanagement, zeigte die aktuelle Fortschreibung der Wildnisbereiche. Auf der Karte des Nationalpark-Gebiets präsentierte er, wie die Entwicklung dieser Kernbereiche des Nationalparks in den letzten Jahren fortgeschritten ist. Im Lauf des Frühjahrs wird der Nationalpark bereits die 65%-Marke erreichen. Damit ist der Nationalpark Hunsrück-Hochwald bereits nach 11 Jahren dem 75%-Ziel sehr nahe. Als Entwicklungsnationalpark soll dieses Ziel nach 30 Jahren erreicht werden.
Beim Wildtiermanagement wurde ein Maßnahmenplan erarbeitet. Das Gebiet der Jagd wird im Nationalpark kleiner, die Jagd herausfordernder. Daher sucht man nach neuen Lösungen und steht im engen Austausch mit den Anrainern sowie anderen Verantwortlichen rund um den Nationalpark.
Neuwahlen & Nachbesetzungen
Dr. Tamara Breitbach, seit Mitte 2025 neue Bürgermeisterin der VG Thalfang, wurde in den Lenkungsausschuss der Kommunalen Nationalpark-Versammlung nachgewählt.
Für den Nationalparkbeirat wurde eine Nachbesetzung abgestimmt: Cordula von Junker aus dem Bundesamt für Naturschutz und Jasmin Bruecher vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sollen in das Fach-Gremium berufen werden.
Antrag der VG Hermeskeil an die Landesregierung
Auf Antrag der VG Hermeskeil beschließt die NLP-Versammlung, der Landesregierung bei der Gestaltung von Richtlinien und Vorgaben zu Förderprogrammen eine besondere Förderung der Nationalparkregion vorzusehen.
Kooperation mit dem französischen „Parc national de forêts“
Die Bestrebungen zu einer Kooperation mit dem französischen „Parc national de forêts“ werden immer konkreter. Nach den beiden Besuchen der Delegationen aus Frankreich ist eine gemeinsame Fotoausstellung in Montier-en-Der geplant, ein Letter-of-Intent (LoI) wurde bereits in erster Fassung formuliert.
Wegeplan 2.0
Anja Eckhardt, zuständig für den Wegeplan im Nationalparkamt, stellt die aktuellen Planungen zur Fortschreibung des Wegeplans vor. Das raumbezogene Konzept des Nationalparks trat 2018 in Kraft und hat zum Ziel, durch naturverträgliche Verkehrs- und Besucherlenkung den Ruhecharakter im Gebiet insgesamt zu stärken und die Zerschneidung des Gebiets zu reduzieren. Laut Staatsvertrag muss dieses Planwerk spätestens 10 Jahre nach Inkrafttreten fortgeschrieben werden. Die Arbeiten hierzu werden in diesem Jahr mit der Konsolidierung der Daten und einer Bedarfsanalyse beginnen. Feuerwehren und Rettungsdienste werden in die Planungen einbezogen und im nächsten Schritt werden Informations- und Abstimmungstermine mit der Region stattfinden. Hauptsächlich geht es um Wege, die ehemals für die Abfuhr der Holzernte genutzt wurden.
60 Jahre Wildfreigehege
Der Nationalpark hat auch 2026 wieder etwas zu feiern: Zum Jubiläum von 60 Jahren Wildfreigehege Wildenburg wird es am Sonntag, 30. August 2026 ein Fest mit der Region geben. Geplant ist ein Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt für alle. Gefeiert wird im Gehege, aber auch auf dem Parkplatz vor dem Gehege mit Ständen und Programm.

